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MAQMSR Redaktion Topmanagementsystem · Stand

MAQMSR Selfassessment: Ein Leitfaden für die Praxis

Inhalt 13 Abschnitte

MAQMSR-Anforderungen für das Selfassessment festlegen

Für ein belastbares MAQMSR-Selfassessment muss zuerst klar sein, welche Anforderungen im eigenen Betrieb tatsächlich gelten. MAQMSR ist kein vollständiger Ersatz für IATF 16949. Die Vorgaben richten sich an Zulieferer im Stellantis-Umfeld und bilden eine kundenspezifische Mindestbasis. Deshalb genügt es nicht, eine allgemeine ISO-9001-Checkliste abzuhaken.

Beginnen Sie mit der aktuellen MAQMSR-Fassung und den für Ihren Standort gültigen kundenspezifischen Anforderungen. Prüfen Sie dabei insbesondere:

  • Geltungsbereich des Standorts und der betroffenen Produkte
  • vertraglich festgelegte Anforderungen von Stellantis
  • zusätzliche Vorgaben für besondere Merkmale und kritische Prozesse
  • Regeln für Lieferanten, Unterlieferanten und ausgelagerte Tätigkeiten
  • geforderte Formate für Berichte, Freigaben und Eskalationen
  • Nachweise zu Kompetenz, Prozessfähigkeit, Prüfungen und Rückverfolgbarkeit

Übertragen Sie jede Anforderung anschließend in eine eigene Prüfzeile. Eine gute Zeile enthält den Originalwortlaut oder eine eindeutige Kurzfassung, den zuständigen Prozess, den erwarteten Nachweis und ein Feld für die Bewertung. So bleibt später erkennbar, ob eine Lücke aus einer fehlenden Regel, einer unvollständigen Umsetzung oder einem fehlenden Beleg entsteht.

Trennen Sie außerdem drei Ebenen: Forderung, Umsetzung und Wirksamkeitsnachweis. Ein vorhandenes Prüfverfahren erfüllt die Forderung noch nicht automatisch. Erst wenn Aufzeichnungen, Kennzahlen oder konkrete Ergebnisse zeigen, dass das Verfahren funktioniert, ist die Bewertung belastbar.

Für die Einstufung eignet sich eine klare Skala:

  • Erfüllt: Die Anforderung ist umgesetzt und durch aktuelle Nachweise belegt.
  • Teilweise erfüllt: Die Regel besteht, weist aber Lücken bei Anwendung, Umfang oder Nachweis auf.
  • Nicht erfüllt: Eine erforderliche Regelung oder Umsetzung fehlt.
  • Nicht anwendbar: Die Nichtanwendbarkeit ist sachlich begründet und dokumentiert.

Verwenden Sie den Status „nicht anwendbar“ nur, wenn der konkrete Prozess, das Produkt oder der Kundenvertrag die Anforderung nachweisbar ausschließt. Halten Sie die Begründung direkt in der Prüfzeile fest. Notieren Sie außerdem Ausgabestand, Prüfdatum und Freigabe der verwendeten MAQMSR-Unterlagen und gleichen Sie sie mit den aktuellen Vertrags- und Portalinformationen ab. Kundenvorgaben können sich ändern; eine alte Checkliste liefert sonst ein trügerisch ordentliches Ergebnis.

Vorbereitung: Unterlagen, Team und Bewertungsbereich bestimmen

Bestimmen Sie zuerst den genauen Bewertungsbereich. Legen Sie fest, welcher Standort, welche Schicht, welche Produktionslinie und welche Produktgruppen einbezogen werden. Bei mehreren Werken sollte jedes Werk separat betrachtet werden. Sonst vermischen sich lokale Abläufe, Zuständigkeiten und Kennzahlen zu einem wenig brauchbaren Gesamtbild.

Definieren Sie außerdem einen festen Betrachtungszeitraum. Für Kennzahlen und Aufzeichnungen sind meist die vergangenen sechs bis zwölf Monate sinnvoll. Bei seltenen Fehlern oder saisonalen Produkten kann ein längerer Zeitraum nötig sein. Entscheidend ist, dass die Auswahl begründet bleibt und nicht nur die besten Produktionswochen zeigt.

Stellen Sie die Arbeitsunterlagen zusammen, bevor die erste Bewertung beginnt. Dazu gehören insbesondere:

  • aktuelle Prozesslandkarten und Ablaufbeschreibungen
  • Organigramm mit Stellvertretungen und Eskalationswegen
  • gültige Arbeits-, Prüf- und Freigabeanweisungen
  • Schulungs- und Qualifikationsmatrizen
  • interne Auditberichte sowie offene Maßnahmen
  • Reklamations-, Ausschuss- und Nacharbeitsdaten
  • Änderungsprotokolle für Produkte, Prozesse und Betriebsmittel
  • Lieferantenbewertungen und Leistungsdaten

Ordnen Sie die Dateien nach Prozess und Versionsstand. Eine einfache Dateibenennung mit Prozess, Dokumenttyp, Ausgabe und Datum spart später viel Sucharbeit. Papierunterlagen sollten eindeutig gekennzeichnet sein. Lose Ausdrucke ohne Freigabestatus sind als Prüfbeleg kaum belastbar.

Das Bewertungsteam sollte verschiedene Blickwinkel abdecken. Benennen Sie neben der Qualitätsfunktion mindestens eine Person aus der Produktion und eine Vertretung aus Technik oder Logistik. Für Prozesse mit hoher Fehlerfolge kann zusätzlich ein Mitarbeiter aus Instandhaltung, Einkauf oder Entwicklung nötig sein. Drei bis fünf sachkundige Personen reichen oft aus.

Weisen Sie Rollen vorab zu: Eine Person führt durch die Prüfung, eine dokumentiert Fakten, und die Prozessverantwortlichen liefern Nachweise. Wer den eigenen Bereich bewertet, sollte bei kritischen Feststellungen eine zweite Einschätzung einholen. Das erhöht die Sachlichkeit und verhindert Betriebsblindheit.

Planen Sie feste Zeitfenster für Dokumentenprüfung, Gespräche und Rundgang ein. Ein Gespräch allein reicht nicht. Beobachten Sie den tatsächlichen Ablauf direkt am Arbeitsplatz und gleichen Sie ihn mit der freigegebenen Vorgabe ab. Gerade kleine Abweichungen, etwa handschriftliche Zusatzschritte oder nicht gekennzeichnete Zwischenlager, werden am Schreibtisch gern übersehen.

Informieren Sie die betroffenen Mitarbeiter knapp über Ziel und Ablauf. Das Selfassessment ist keine persönliche Prüfung, sondern soll zeigen, wo der Prozess stabil läuft und wo unnötige Risiken entstehen. Diese Klarheit macht offene Antworten wahrscheinlicher.

Bewertungskriterien und Nachweise im MAQMSR-Selfassessment

Prüfbereich Leitfrage Geeignete Nachweise Bewertung
Anforderungen und Geltungsbereich Sind die für Standort, Produkte und Kunden geltenden MAQMSR-Anforderungen eindeutig festgelegt? Aktuelle MAQMSR-Fassung, Kundenanforderungen, Vertrags- und Portalinformationen Erfüllt, teilweise erfüllt, nicht erfüllt oder begründet nicht anwendbar
Dokumentation Sind Vorgaben freigegeben, aktuell und den zuständigen Mitarbeitern zugänglich? Prozessbeschreibungen, Arbeits- und Prüfanweisungen, Änderungsstände Versionsstand und praktische Anwendung abgleichen
Verantwortlichkeiten Sind Aufgaben, Freigaben, Stellvertretungen und Eskalationswege geregelt? Organigramm, Verantwortungsmatrix, Eskalationsplan Verantwortung muss im Alltag nachvollziehbar sein
Prozessbeherrschung Entspricht der tatsächliche Ablauf den freigegebenen Vorgaben? Vor-Ort-Beobachtung, Prozessdaten, Arbeitsaufträge, Prozessparameter Dokumentierte und beobachtete Umsetzung vergleichen
Produktqualität Sind besondere Merkmale, Prüfmethoden, Grenzwerte und Freigaben eindeutig geregelt? Zeichnungen, Prüfpläne, FMEA, Prüfprotokolle, Freigaben Vollständigkeit und Übereinstimmung der Unterlagen prüfen
Mess- und Prüfmittel Sind Prüfmittel geeignet, überwacht und für die jeweilige Messaufgabe belastbar? Kalibrier- und Wartungsnachweise, Messsystemanalysen, Gage-R&R-Ergebnisse Technische Eignung und aktuelle Überwachung bewerten
Rückverfolgbarkeit Lassen sich Material, Prozessschritte, Prüfungen und Freigaben eindeutig zurückverfolgen? Chargenaufzeichnungen, Prüfprotokolle, elektronische Zeitstempel, Materialkennzeichnungen Stichproben über die gesamte Prozesskette verfolgen
Abweichungsmanagement Werden Fehler erkannt, gesperrt, bewertet und wirksam korrigiert? Sperrprotokolle, Nacharbeitsfreigaben, 8D-Reports, Wirksamkeitsnachweise Sofortmaßnahme und Ursachenbeseitigung getrennt beurteilen
Lieferantensteuerung Werden externe Prozesse und Unterlieferanten risikobasiert überwacht? Lieferantenbewertungen, Audits, Leistungskennzahlen, Änderungsmitteilungen Risiko, Leistung und Reaktionsfähigkeit berücksichtigen
Maßnahmenverfolgung Sind Verantwortliche, Fristen, Akzeptanzkriterien und Wirksamkeitsprüfungen festgelegt? Maßnahmenplan, Statusberichte, Wiederholungsprüfungen, Kennzahlen Maßnahme erst nach belegter Wirksamkeit schließen

MAQMSR-Kriterien systematisch prüfen und Nachweise erfassen

Prüfen Sie jede MAQMSR-Anforderung anhand von drei Fragen: Was ist festgelegt? Was geschieht tatsächlich? Welcher objektive Nachweis belegt die Umsetzung? Diese Reihenfolge verhindert, dass eine gut formulierte Arbeitsanweisung vorschnell als erfüllt gilt.

Beginnen Sie mit dem Prozessgespräch. Lassen Sie sich den Ablauf von der zuständigen Person erklären und bitten Sie anschließend um einen konkreten Vorgang, etwa einen Auftrag, eine Prüfung oder eine Freigabe. Verfolgen Sie diesen Vorgang rückwärts und vorwärts durch die Prozesskette. Dabei zeigt sich schnell, ob Daten vollständig übergeben werden oder irgendwo im System versanden.

Erfassen Sie Nachweise möglichst direkt an der Fundstelle. Geeignet sind zum Beispiel:

  • datierte Prüfprotokolle mit eindeutiger Zuordnung zum Produkt
  • elektronische Freigaben mit Benutzerkennung und Zeitstempel
  • Maschinen- oder Prozessdaten mit klarer Chargenverknüpfung
  • Nachweise über Reaktionsmaßnahmen bei Grenzwertverletzungen
  • freigegebene Änderungsstände und dokumentierte Rücknahmen
  • Aufzeichnungen aus Wartung, Kalibrierung und Prüfmittelüberwachung

Notieren Sie mindestens Dokumentname, Kennung, Ausgabe, Datum, verantwortliche Stelle und Fundort; bei digitalen Datensätzen kommt der Zeitraum hinzu. Ein Screenshot ohne Herkunft oder Zeitbezug wirkt zwar schnell, trägt aber fachlich wenig.

Vergleichen Sie Dokumente auch untereinander: Passt der Prüfplan zur Prozess-FMEA? Stimmen Prüfmerkmale, Grenzwerte und Reaktionsplan überein? Findet sich eine genehmigte Änderung später auch in Schulungsunterlagen und Auftragsdaten wieder? Solche Querverbindungen liefern oft die stärksten Hinweise auf echte Systemlücken.

Nutzen Sie Stichproben mit nachvollziehbarer Auswahl. Ziehen Sie nicht ausschließlich fehlerfreie Aufträge heran, sondern mischen Sie normale, geänderte und auffällige Fälle. Bei einer kleinen Grundgesamtheit kann eine vollständige Prüfung sinnvoll sein. Bei großen Datenmengen sollten Sie die Auswahl begründen, zum Beispiel durch Zeitraum, Schicht, Produktvariante oder Risikoklasse.

Trennen Sie Beobachtung und Bewertung. Schreiben Sie zuerst sachlich auf, was gesehen wurde: „Für Auftrag 4711 fehlt die dokumentierte Freigabe des Nacharbeitsvorgangs.“ Erst danach folgt die Einstufung. So gelangen Vermutungen nicht als Tatsachen in das Ergebnis.

Bei digitalen Nachweisen sind Zugriffsrechte, Änderungsverlauf, Datensicherung und die Möglichkeit nachträglicher Manipulation zu prüfen. Entscheidend ist nicht die Oberfläche, sondern eine belastbare Beweiskette.

Prozessansatz: Verantwortlichkeiten, Risiken und Schnittstellen bewerten

Ein Prozess gilt im Selfassessment erst dann als belastbar, wenn Verantwortung, Risiko und Übergabe zusammenpassen. Prüfen Sie daher nicht nur einzelne Abteilungen. Verfolgen Sie den Ablauf vom Kundenauftrag bis zur Lieferung und markieren Sie jede Stelle, an der Informationen, Material oder eine Entscheidung weitergegeben werden.

Erstellen Sie für jeden Kernprozess eine kurze Verantwortungsmatrix. Sie sollte zeigen, wer eine Tätigkeit ausführt, wer sie freigibt, wer fachlich unterstützt und wer bei Problemen entscheidet. Achten Sie besonders auf Stellvertretungen. Eine Rolle, die nur im Organigramm existiert, aber im Urlaub niemand übernehmen kann, ist ein reales Ausfallrisiko.

Bewerten Sie Risiken entlang des tatsächlichen Prozessflusses. Fragen Sie bei jedem Schritt:

  • Welche Eingabe wird benötigt?
  • Was kann hier fehlschlagen?
  • Welche Auswirkung hätte der Fehler auf Sicherheit, Funktion oder Lieferung?
  • Woran wird die Abweichung erkannt?
  • Wer löst welche Reaktion aus?

Nutzen Sie vorhandene Risikowerkzeuge, ohne sich in Punktwerten zu verlieren. Eine hohe Fehlerbewertung ist nur hilfreich, wenn daraus eine konkrete Kontrolle folgt. Fehlt sie, sollte das Selfassessment die Lücke klar benennen. Ein niedriger Wert kann täuschen, wenn Fehler selten auftreten, ihre Folgen aber gravierend wären.

Besondere Aufmerksamkeit verdienen Schnittstellen zwischen Vertrieb und Arbeitsvorbereitung, Entwicklung und Produktion, Einkauf und Wareneingang oder Fertigung und Versand. Prüfen Sie, ob Übergabekriterien eindeutig sind. Dazu gehören etwa vollständige Datensätze, definierte Freigabestatus, Reaktionsfristen und eine klare Regel für widersprüchliche Angaben.

Ein praktischer Test ist die Übergabe anhand eines realen Vorgangs: Lassen Sie den Empfänger erklären, welche Information er erwartet, woher sie stammt und wie er ihre Gültigkeit erkennt. Wenn beide Seiten unterschiedliche Versionen nennen, ist die Schnittstelle nicht beherrscht.

Bewerten Sie außerdem die Entscheidungswege bei Störungen. Wer darf eine Linie stoppen? Wer entscheidet über Sperrung, Nacharbeit oder Sonderfreigabe? Wie wird verhindert, dass ein gesperrtes Teil versehentlich weiterläuft?

Dokumentieren Sie als Ergebnis den Prozessnamen, die konkrete Schwachstelle, den betroffenen Übergabepunkt und die mögliche Folge. Präziser als „Kommunikation verbessern“ wäre: „Bei einer geänderten Prüfgrenze erhält die Nachtschicht keine bestätigte Information; dadurch kann die alte Prüfung weiterlaufen.“

Produktqualität: Planung, Prüfung und Freigabe beurteilen

Bewerten Sie die Produktqualität über den gesamten Lebenszyklus der Freigabe: von den Kundenmerkmalen über die Prüfplanung bis zur Entscheidung, ob ein Teil serienfähig ist. Entscheidend ist, dass technische Anforderungen in messbare Merkmale übersetzt werden und keine kritische Eigenschaft unterwegs an Klarheit verliert.

Prüfen Sie zunächst die Produktplanung. Stimmen Zeichnung, Spezifikation, Materialvorgaben und besondere Merkmale überein? Sind Toleranzen eindeutig, und ist für jedes sicherheits- oder funktionsrelevante Merkmal eine geeignete Prüfart festgelegt? Eine bloße Übernahme alter Unterlagen reicht nicht aus, wenn sich Produkt, Werkzeug oder Herstellverfahren geändert haben.

Bei der Prüfplanung kommt es auf die Verknüpfung von Merkmal, Methode, Häufigkeit und Grenzwert an. Klären Sie, ob die gewählte Methode die tatsächliche Produkteigenschaft sicher erfasst. Ein Messmittel kann verfügbar und dennoch ungeeignet sein, wenn Auflösung, Messbereich oder Prüfbedingungen nicht passen.

  • Ist jedes besondere Merkmal im Prüfplan eindeutig markiert?
  • Passt die Prüffrequenz zur Prozessleistung und zur Fehlerfolge?
  • Werden zerstörende Prüfungen sinnvoll mit zerstörungsfreien Verfahren ergänzt?
  • Sind Stichprobenumfang und Auswahlregel festgelegt?
  • Wird bei einem negativen Ergebnis der betroffene Bestand klar abgegrenzt?

Beurteilen Sie die Messsysteme nicht nur anhand eines gültigen Kalibrieraufklebers. Relevant sind auch Messsystemanalysen, Wiederholbarkeit und Vergleichbarkeit zwischen Prüfern. Bei variablen Merkmalen wird häufig eine Gage-R&R-Studie genutzt. Als grobe Orientierung gelten weniger als 10 Prozent Messsystemanteil oft als akzeptabel; zwischen 10 und 30 Prozent ist eine fachliche Bewertung nötig. Die konkrete Kundenvorgabe bleibt maßgeblich.

Untersuchen Sie anschließend die Freigabelogik. Ein Produkt darf nicht allein deshalb in den Versand gelangen, weil kein Fehler gemeldet wurde. Es braucht eine nachvollziehbare Entscheidung auf Basis vollständiger Prüfergebnisse, gültiger Produktionsunterlagen und geklärter Abweichungen. Prüfen Sie auch, ob eine Sonderfreigabe zeitlich, mengenmäßig und inhaltlich begrenzt ist.

Ein guter Testfall ist ein Produkt mit einer kleinen Abweichung. Lassen Sie zeigen, wie es erkannt, gekennzeichnet, gesperrt und entschieden wird. Besonders kritisch sind mündliche Zusagen, nachträgliche Excel-Einträge und Freigaben ohne Bezug zu Charge oder Auftrag.

Bewerten Sie zuletzt die Rückkopplung aus Reklamationen und Feldproblemen. Werden wiederkehrende Fehler in Prüfplan, Konstruktionsunterlagen oder Freigabekriterien eingearbeitet? Erst diese Lernschleife zeigt, ob die Produktqualität dauerhaft gesteuert wird.

Lieferanten und externe Prozesse im Selfassessment prüfen

Bewerten Sie Lieferanten nicht nur nach Preis, Termintreue oder einer vorhandenen Zertifizierung. Für das MAQMSR-Selfassessment zählt, ob der externe Partner die für Ihr Produkt relevanten Anforderungen dauerhaft beherrscht und belastbare Informationen darüber liefert.

Ordnen Sie zunächst die Lieferanten nach Einfluss und Risiko. Ein Anbieter für ein sicherheitsrelevantes Bauteil braucht eine andere Überwachung als ein Lieferant für Standardverpackungen. Berücksichtigen Sie Fehlerfolge, Austauschbarkeit, Prozesskomplexität, Lieferzeit und die Möglichkeit einer schnellen Ersatzbeschaffung.

Prüfen Sie bei risikoreichen Partnern insbesondere:

  • Qualifikation und Freigabestatus des Lieferanten
  • Nachweise zur Prozess- und Produktfreigabe
  • Kontrolle von Unterlieferanten und ausgelagerten Arbeitsschritten
  • Reaktionsfähigkeit bei Abweichungen und Lieferstörungen
  • Änderungsmitteilungen vor der Umsetzung
  • Ergebnisse früherer Lieferanten- oder Prozessaudits

Ein zentraler Punkt ist die Weitergabe kundenspezifischer Anforderungen. Prüfen Sie, ob relevante Merkmale, Prüfpflichten, Verpackungsvorgaben und Meldewege tatsächlich im Auftrag oder in einer technischen Vereinbarung ankommen. Eine allgemeine Einkaufsbedingung ersetzt keine klare, produktbezogene Information.

Sehen Sie sich an, wie der Betrieb die Lieferantenleistung überwacht. Aussagekräftige Kennzahlen verbinden Qualität und Versorgung, etwa Teile pro Million, Reklamationsquote, Annahmefehler, verspätete Lieferungen und Reaktionszeit auf Beanstandungen. Suchen Sie neben Monatswerten nach Trends, Ausreißern und wiederkehrenden Fehlerbildern.

Bei einem externen Prozess wie Beschichten, Härten, Schweißen oder Kalibrieren muss die Schnittstelle präzise sein. Legen Sie fest, welche Prozessparameter, Prüfwerte und Freigaben der Partner zurückliefert. Prüfen Sie auch, ob Identität und Status des Materials während Transport, Bearbeitung und Rücklieferung erhalten bleiben.

Fordern Sie bei kritischen Abweichungen eine strukturierte Ursachenanalyse. Die Antwort sollte nicht bei „Mitarbeiterfehler“ enden. Belastbarer sind Nachweise zu Fehlerentstehung, Entdeckung, Sofortmaßnahme und dauerhafter Korrektur. Ein verbreitetes Format ist der 8D-Report; entscheidend bleibt die nachweisbare Wirksamkeit.

Bewerten Sie auch die eigene Steuerung. Wenn ein Lieferant wiederholt fehlerhafte Ware sendet, aber keine Eskalation, Sperrung oder Neubewertung folgt, liegt die Schwäche nicht nur beim externen Partner. Zeigen Sie deshalb, welche Entscheidung ab welchem Risiko ausgelöst wird und wann eine erneute Freigabe erforderlich ist.

Abweichungen nach Risiko bewerten und klar dokumentieren

Bewerten Sie eine Abweichung nicht allein nach ihrer Häufigkeit. Maßgeblich sind auch mögliche Folgen, Entdeckungswahrscheinlichkeit und Reichweite. Ein einmaliger Fehler an einem sicherheitsrelevanten Merkmal kann daher dringlicher sein als mehrere harmlose Dokumentationsfehler.

Eine praxistaugliche Risikobewertung betrachtet mindestens diese vier Faktoren:

  • Auswirkung: Welche Folgen entstehen für Sicherheit, Funktion, Kunde oder Lieferfähigkeit?
  • Eintritt: Wie wahrscheinlich ist es, dass die Ursache erneut auftritt?
  • Entdeckung: Wie zuverlässig wird der Fehler vor der Weitergabe erkannt?
  • Reichweite: Wie viele Teile, Aufträge, Schichten oder Standorte können betroffen sein?

Verwenden Sie eine einfache Einstufung mit niedrigem, mittlerem und hohem Risiko. Eine komplizierte Punktmatrix führt oft zu Scheingenauigkeit. Definieren Sie stattdessen klare Schwellenwerte. Ein hohes Risiko liegt beispielsweise vor, wenn eine Abweichung ein besonderes Merkmal betrifft, bereits fehlerhafte Produkte ausgeliefert wurden oder keine wirksame Entdeckung vorhanden ist.

Die Dokumentation sollte den Sachverhalt so beschreiben, dass eine nicht beteiligte Person ihn versteht. Dazu gehören Anforderung, konkrete Feststellung, Beleg, Risiko, betroffener Umfang und Entscheidung. Vermeiden Sie „Prozess nicht optimal“. Besser ist: „Bei drei von zehn geprüften Aufträgen fehlt die dokumentierte Bestätigung der Endprüfung; der betroffene Zeitraum umfasst die Spätschicht vom 4. bis 6. August 2026.“

Trennen Sie Sofortmaßnahmen von dauerhaften Korrekturen. Eine Bestandssperre, zusätzliche Prüfung oder Kundeninformation begrenzt zunächst die Wirkung, beseitigt jedoch nicht die Ursache. Die spätere Maßnahme muss deshalb auf den Entstehungsmechanismus zielen.

Ordnen Sie jeder Abweichung eine eindeutige Kennung zu. Verknüpfen Sie diese mit Verantwortlichem, Frist, Entscheidung und aktuellem Status. Bei mehreren betroffenen Produkten hilft eine Abgrenzung nach Los, Zeitraum, Maschine oder Schicht.

Eine Abweichung darf erst geschlossen werden, wenn der festgelegte Nachweis vorliegt. Prüfen Sie nicht nur, ob eine neue Anweisung unterschrieben wurde, sondern ob die geänderte Regel im Alltag angewendet wird und vergleichbare Fälle danach fehlerfrei bleiben.

Bewertungsergebnis mit einer einfachen Punktelogik auswerten

Eine Punktelogik macht Ergebnisse vergleichbar, ersetzt aber keine fachliche Entscheidung. Verwenden Sie sie als Priorisierungshilfe, nicht als scheinbar exakte Qualitätsnote. Eine kritische Einzelabweichung darf nicht durch viele unkritische Erfüllungen rechnerisch verschwinden.

Eine einfache Skala mit null bis drei Punkten ist dafür meist ausreichend:

  • 3 Punkte: Anforderung vollständig und stabil umgesetzt
  • 2 Punkte: Umsetzung vorhanden, aber mit begrenzter Lücke
  • 1 Punkt: Ansatz erkennbar, jedoch ohne ausreichende Sicherheit
  • 0 Punkte: Anforderung nicht umgesetzt oder nicht nachweisbar

Berechnen Sie den Erfüllungsgrad nur innerhalb einer klar abgegrenzten Gruppe. Addieren Sie die erreichten Punkte und teilen Sie das Ergebnis durch die maximal mögliche Punktzahl. Multiplizieren Sie den Quotienten mit 100. Ein Beispiel: 42 von 60 möglichen Punkten entsprechen 70 Prozent.

Gewichten Sie besonders wichtige Kriterien zusätzlich. Ein mögliches Modell gibt normalen Anforderungen den Faktor eins, produkt- oder lieferkritischen Anforderungen den Faktor zwei und sicherheitsrelevanten Anforderungen den Faktor drei. Die gewichtete Auswertung zeigt, wo die größte Gefährdung liegt.

Setzen Sie vor der Auswertung feste Entscheidungsregeln. Eine mögliche Regel lautet: Der Gesamtwert muss mindestens 85 Prozent erreichen, und kein sicherheitsrelevantes Kriterium darf null Punkte erhalten. Solche Grenzen sind interne Steuerungswerte, keine allgemeingültige MAQMSR-Vorgabe. Kennzeichnen Sie sie daher klar als eigene Bewertungslogik.

Analysieren Sie neben dem Gesamtwert die Verteilung. Ein Bereich mit 95 Prozent kann trotzdem ein dringendes Problem enthalten. Aussagekräftiger sind deshalb:

  • Erfüllungsgrad je Themenbereich
  • Anzahl und Gewicht der offenen Kriterien
  • Entwicklung gegenüber der vorherigen Bewertung

Vermeiden Sie Vergleiche, wenn sich Bewertungsumfang, Punkteskala oder Gewichtung geändert haben. Dokumentieren Sie jede methodische Änderung. Nutzen Sie das Ergebnis abschließend für eine Managemententscheidung: Welche Lücke erhält sofort Ressourcen, welche Maßnahme wird terminiert und welches Risiko wird bewusst akzeptiert?

Beispiel: Selfassessment eines Fertigungsprozesses Schritt für Schritt

Ein Fertigungsprozess lässt sich am besten an einem konkreten Auftrag prüfen. Das folgende Beispiel betrachtet die Herstellung eines sicherheitsrelevanten Metallteils mit Stanz-, Wasch- und Sichtprüfschritt. Die Namen und Werte sind beispielhaft; maßgeblich bleiben immer die für den Standort gültigen MAQMSR- und Kundenanforderungen.

Schritt 1: Auftrag und Prozessgrenzen festlegen

Wählen Sie einen abgeschlossenen Auftrag mit vollständiger Prozesshistorie. Notieren Sie Teilenummer, Losgröße, Produktionsdatum und eingesetzte Linie. Der Prüffall sollte nicht nur einen Idealauftrag abbilden. Ein Auftrag mit Werkzeugwechsel oder kleiner Nacharbeit liefert oft mehr Erkenntnisse.

Schritt 2: Auftragsdaten am Prozessanfang abgleichen

Prüfen Sie, ob die Fertigung mit der freigegebenen Teilenummer und dem korrekten Änderungsstand gestartet wurde. Vergleichen Sie Auftrag, Materialschein und digitale Arbeitsunterlagen. Achten Sie auf gesperrte oder abgelöste Versionen. Schon eine falsche Zeichnungsausgabe kann den gesamten Nachweis entwerten.

Schritt 3: Kritische Prozessparameter verfolgen

Gehen Sie nun vom Stanzvorgang bis zur Endprüfung. Erfassen Sie die tatsächlich verwendeten Werkzeugdaten, Presskraft, Hubzahl und Prüfintervalle. Vergleichen Sie Soll- und Istwerte nicht nur am Schichtbeginn. Stichproben aus der Mitte und am Ende des Loses zeigen, ob der Prozess driftet.

Schritt 4: Materialfluss und Statuskennzeichnung prüfen

Verfolgen Sie eine Materialeinheit durch alle Stationen. Ist eindeutig erkennbar, ob sie freigegeben, gesperrt oder noch ungeprüft ist? Prüfen Sie auch die Trennung von Gutteilen, Ausschuss und Nacharbeit. Besonders auf Zwischenflächen entstehen gern unklare Mischbestände.

Schritt 5: Prüfentscheidung nachvollziehen

Wählen Sie drei Prüfprotokolle aus dem Auftrag. Vergleichen Sie Messwert, Grenzwert, Prüferkennung und Zeitpunkt. Bei einer Überschreitung muss der Datensatz außerdem zeigen, welche Menge betroffen war und wie mit ihr verfahren wurde. Eine Unterschrift ohne Messwert ist kein ausreichender Beleg für die Produktfreigabe.

Schritt 6: Abweichung gezielt simulieren

Besprechen Sie mit dem Team einen kontrollierten Störfall, zum Beispiel ein Teil mit zu großer Lochweite. Lassen Sie den vorgesehenen Ablauf erklären: Erkennen, markieren, separieren, analysieren und entscheiden. Prüfen Sie, ob die Reaktion auch bei Schichtwechsel, hohem Auftragsdruck und fehlender Führungskraft funktionieren würde.

Schritt 7: Ergebnis aus dem Einzelfall ableiten

Ordnen Sie die Beobachtungen den MAQMSR-Kriterien zu. Trennen Sie dabei Prozessstabilität, Produktfreigabe und Rückverfolgbarkeit. Formulieren Sie jede Feststellung mit konkretem Bezug zum Auftrag. Aus „Prüfung lückenhaft“ wird etwa: „Die Endprüfung ist für 120 Teile dokumentiert, der Auftrag umfasst jedoch 180 Teile; der Verbleib der übrigen Menge ist nicht belegt.“

Schritt 8: Aussagekraft des Beispiels begrenzen

Ein einzelner Auftrag beweist keine dauerhafte Beherrschung. Vergleichen Sie das Ergebnis deshalb mit weiteren Schichten, Losen oder Produktvarianten. Weichen die Befunde stark voneinander ab, liegt möglicherweise kein stabiler Prozess, sondern eine personen- oder schichtabhängige Lösung vor.

Maßnahmenplan erstellen, umsetzen und wirksam nachverfolgen

Ein wirksamer Maßnahmenplan übersetzt die Befunde des Selfassessments in steuerbare Arbeitspakete. Formulieren Sie jede Maßnahme so, dass am Ende eindeutig erkennbar ist, welches Ergebnis vorliegen muss – nicht nur, welche Tätigkeit erledigt wurde.

Vermeiden Sie Sammelaufträge wie „Dokumentation verbessern“. Teilen Sie den Befund stattdessen in Ursache, Zielzustand und Prüfkriterium auf. Ein brauchbares Ziel wäre etwa: „Für alle Nacharbeitsfälle liegt innerhalb von 24 Stunden eine genehmigte Entscheidung mit Mengenabgrenzung vor.“

Ein vollständiger Maßnahmensteckbrief enthält:

  • konkrete Ursache oder Systemlücke
  • angestrebten Zustand mit messbarem Ergebnis
  • eine verantwortliche Person mit Entscheidungsbefugnis
  • benötigte Ressourcen und betroffene Bereiche
  • Start- und Zieltermin
  • Abhängigkeiten zu anderen Aufgaben
  • Akzeptanzkriterium für den Abschluss

Unterscheiden Sie zwischen Korrektur, Ursachenbeseitigung und Vorbeugung gegen Übertragung. Eine neue Prüfung kann einen Fehler entdecken, beseitigt aber nicht automatisch den Grund seiner Entstehung. Prüfen Sie deshalb, ob die Maßnahme auch an vergleichbaren Linien, Produkten oder Standorten erforderlich ist.

Ordnen Sie die Aufgaben sinnvoll. Zuerst gehören Risiken begrenzt, die bereits Kunden, Bestand oder laufende Produktion betreffen. Danach folgen strukturelle Änderungen an Software, Arbeitsabläufen oder Qualifikationsprofilen. Abhängigkeiten sollten sichtbar sein: Eine neue Prüfanweisung kann erst gelten, wenn Messmittel, Schulung und Freigabe bereitstehen.

Steuern Sie den Fortschritt mit wenigen Statuswerten: „Geplant“, „in Umsetzung“, „zur Wirksamkeitsprüfung“ und „geschlossen“. Der Status „erledigt“ sollte erst vergeben werden, wenn das vereinbarte Ergebnis geprüft wurde.

Die Wirksamkeitsprüfung braucht einen eigenen Termin und eine geeignete Methode. Je nach Maßnahme eignen sich Wiederholungsstichproben, Prozesskennzahlen, Schichtvergleiche oder ein gezielter Vor-Ort-Check. Legen Sie vorher fest, welcher Wert als Erfolg gilt und über welchen Zeitraum er beobachtet wird.

Beenden Sie Maßnahmen nicht vorschnell nach einem guten Einzelergebnis. Bei seltenen Fehlern ist eine längere Beobachtung nötig; bei häufigen Fehlern genügt oft eine kurze, aussagekräftige Datenreihe. Bleibt der gewünschte Effekt aus, öffnen Sie die Aufgabe erneut und prüfen Sie, ob die Ursache falsch verstanden, die Lösung zu eng gefasst oder die Umsetzung nicht konsequent war.

Die Leitung sollte regelmäßig nur die Punkte sehen, bei denen eine Entscheidung, ein Ressourceneingriff oder eine Eskalation nötig ist. Detailnachweise müssen am jeweiligen Maßnahmenpunkt auffindbar bleiben, damit der Abschluss nachvollziehbar ist.

Fazit: Ergebnisse nutzen und das MAQMSR-System gezielt verbessern

Ein MAQMSR-Selfassessment ist kein Schlussstrich, sondern ein Steuerungsinstrument. Sein größter Wert liegt darin, wiederkehrende Muster sichtbar zu machen: etwa verspätete Entscheidungen, unklare Freigaben oder Risiken, die an mehreren Stellen auftreten. Nutzen Sie diese Muster, um nicht nur einzelne Befunde zu bearbeiten, sondern die Architektur des Managementsystems zu verbessern.

Verdichten Sie die Ergebnisse für die Leitung auf wenige strategische Fragen:

  • Welche Schwäche kann die Kundenzufriedenheit oder Lieferfähigkeit am stärksten gefährden?
  • Welche Ursache taucht in mehreren Prozessen auf?
  • Welche Fähigkeit oder Ressource fehlt dauerhaft?
  • Welche Anforderung muss in die nächste Geschäfts- oder Investitionsplanung einfließen?

Prüfen Sie nach dem Abschluss, ob die Bewertung selbst zuverlässig war. Haben unterschiedliche Prüfer ähnliche Schlussfolgerungen gezogen? Waren die Nachweise aktuell genug? Wurden auch ungünstige Fälle betrachtet? Diese Rückschau verbessert die Qualität des nächsten Durchlaufs, ohne das Ergebnis nachträglich schönzurechnen.

Verankern Sie die Auswertung im normalen Managementrhythmus, etwa in regelmäßigen Qualitätsbesprechungen, Prozessreviews und der jährlichen Bewertung des Managementsystems. Achten Sie zwischen vollständigen Selfassessments auf Signale wie steigende Nacharbeitskosten, häufige Sonderfreigaben, wechselnde Lieferantenleistungen oder mehr Kundenreklamationen. Ein risikobasierter Rhythmus ist meist sinnvoller als ein starrer Kalender.

Behalten Sie außerdem die Abgrenzung zu anderen Regelwerken im Blick. Ein gutes MAQMSR-Ergebnis bedeutet nicht automatisch die Erfüllung jeder kundenspezifischen Vorgabe oder die Zertifizierungsreife nach IATF 16949. Es zeigt vielmehr, wie gut die betrachteten Anforderungen am konkreten Standort umgesetzt und gesteuert werden.

Am Ende sollte das Selfassessment drei Dinge liefern: eine belastbare Standortbestimmung, klare Managemententscheidungen und messbare Verbesserungen im Prozess. Wenn diese drei Ergebnisse eintreten, wird aus einer Checkliste ein praktisches Frühwarnsystem – und aus einzelnen Korrekturen eine dauerhafte Qualitätsentwicklung.

Häufige Fragen zum MAQMSR-Selfassessment

Was ist ein MAQMSR-Selfassessment?

Ein MAQMSR-Selfassessment ist eine strukturierte interne Bewertung, mit der ein Zulieferer im Stellantis-Umfeld prüft, wie vollständig und wirksam die geltenden MAQMSR-Anforderungen am eigenen Standort umgesetzt sind. Dabei werden Vorgaben, praktische Abläufe und objektive Nachweise miteinander verglichen.

Welche Unterlagen werden für ein MAQMSR-Selfassessment benötigt?

Benötigt werden unter anderem die aktuelle MAQMSR-Fassung, kundenspezifische Anforderungen, Prozesslandkarten, Arbeits- und Prüfanweisungen, Organigramme, Schulungsnachweise, Auditberichte, Qualitätskennzahlen, Reklamationsdaten, Änderungsprotokolle sowie Lieferantenbewertungen. Alle Unterlagen sollten gültig, eindeutig gekennzeichnet und dem richtigen Bewertungsbereich zugeordnet sein.

Wie werden die Anforderungen im Selfassessment bewertet?

Jede Anforderung wird danach bewertet, ob sie festgelegt, im Prozess umgesetzt und durch aktuelle Nachweise belegt ist. Übliche Einstufungen sind „erfüllt“, „teilweise erfüllt“, „nicht erfüllt“ und begründet „nicht anwendbar“. Die Bewertung sollte auf Dokumentenprüfung, Gesprächen, Vor-Ort-Beobachtungen und nachvollziehbaren Stichproben beruhen.

Welche Nachweise sind beim MAQMSR-Selfassessment besonders wichtig?

Besonders aussagekräftig sind datierte Prüfprotokolle, elektronische Freigaben, Prozess- und Maschinendaten mit Chargenbezug, Aufzeichnungen zu Abweichungen, Kalibrier- und Wartungsnachweise, Änderungsstände sowie Belege für Rückverfolgbarkeit und Wirksamkeitsprüfungen. Ein Dokument allein reicht nicht aus, wenn die praktische Anwendung oder der Erfolg der Maßnahme nicht nachgewiesen ist.

Wie werden Abweichungen aus dem Selfassessment weiterverfolgt?

Abweichungen werden zunächst nach Auswirkung, Eintrittswahrscheinlichkeit, Entdeckbarkeit und betroffener Reichweite priorisiert. Anschließend werden Sofortmaßnahmen, Ursachenbeseitigung und gegebenenfalls vorbeugende Maßnahmen mit Verantwortlichen, Fristen und Akzeptanzkriterien festgelegt. Geschlossen wird eine Maßnahme erst, wenn ihre Wirksamkeit durch geeignete Nachweise wie Wiederholungsprüfungen, Kennzahlen oder Vor-Ort-Kontrollen bestätigt ist.

Dieser Beitrag wurde mit Unterstützung von KI erstellt. Mehr dazu

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