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Umweltmanagement Redaktion Topmanagementsystem · Stand

ISO 14001 und Wasserverbrauch: Nachhaltigkeit im Fokus

Inhalt 13 Abschnitte

Wasserverbrauch bei Emmi: Relevanz für Produktion und Landwirtschaft

Für Emmi ist Wasser ein betrieblicher Schlüsselfaktor. Die Ressource verbindet zwei Bereiche, die oft getrennt betrachtet werden: die landwirtschaftliche Rohstoffbasis und die Verarbeitung in den eigenen Betrieben. Veränderungen bei der Wasserverfügbarkeit können deshalb nicht nur Umweltfolgen haben, sondern auch Menge, Qualität und Planbarkeit pflanzlicher und tierischer Rohstoffe beeinflussen.

In der Landwirtschaft steht Wasser am Anfang der Lieferkette. Es wird unter anderem für den Anbau von Pflanzen und die Haltung von Tieren benötigt. Trockenperioden oder extreme Wetterlagen können Erträge mindern und die Versorgung mit geeigneten Rohstoffen erschweren. Für ein milchverarbeitendes Unternehmen ist dieser Zusammenhang besonders wichtig: Die Stabilität der Rohstoffversorgung hängt nicht allein von den Produktionsanlagen ab, sondern auch von den Bedingungen auf den landwirtschaftlichen Betrieben.

Am eigenen Standort erfüllt Wasser mehrere Funktionen. Es kann Bestandteil eines Produkts sein, wird für einzelne Prozessschritte eingesetzt und unterstützt die Einhaltung von Qualitäts- und Hygienestandards. Der Wasserbedarf lässt sich daher nicht pauschal als vermeidbare Nutzung bewerten. Entscheidend ist, an welcher Stelle Wasser gebraucht wird, welche Menge erforderlich ist und ob sich der Einsatz ohne Einbußen bei Lebensmittelsicherheit oder Produktqualität verringern lässt.

Für die Nachhaltigkeitsbewertung ist eine klare Trennung hilfreich: Der Wasserbedarf der Produktion beschreibt die unmittelbare betriebliche Nutzung. Die landwirtschaftliche Nutzung zeigt dagegen die Abhängigkeit der vorgelagerten Rohstoffversorgung. Erst die gemeinsame Betrachtung macht sichtbar, wo physische Risiken liegen und an welchen Stellen ein Umweltmanagementsystem ansetzen kann.

Frischwasser, Abwasser und Wasserverschmutzung als Umweltaspekte

Die drei Umweltaspekte verlangen eine getrennte Betrachtung. Eine sinkende Frischwasserentnahme bedeutet nicht automatisch, dass auch die Belastung des Gewässers sinkt. Umgekehrt kann eine geringe Abwassermenge problematische Stoffe enthalten. Für ein Umweltmanagement nach ISO 14001 ist diese Unterscheidung entscheidend.

  • Frischwasser: Erfasst wird die Entnahme aus der öffentlichen Versorgung oder aus eigenen Quellen. Bei Emmi bildet sie derzeit die Grundlage für die Definition des Wasserverbrauchs.
  • Abwasser: Hierzu zählen die aus den Betrieben abgeleiteten Wassermengen. Ihre Zusammensetzung kann sich je nach Reinigung, Produktionsrückständen und eingesetzten Betriebsstoffen verändern.
  • Wasserverschmutzung: Im Mittelpunkt steht nicht nur die Menge, sondern die mögliche Qualitätseinbuße im aufnehmenden Gewässer. Organische Stoffe, Nährstoffe, Reinigungsmittel oder erhöhte Temperaturen können dabei relevant sein.

Für die praktische Bewertung sollten Betriebe mindestens Entnahmestellen, Abwassermengen, Einleitorte und wesentliche Inhaltsstoffe dokumentieren. Auch indirekte Einflüsse gehören ins Bild, wenn Lieferanten oder landwirtschaftliche Rohstoffquellen zur Umweltwirkung beitragen. Die ISO 14001 schreibt dafür keine einheitliche Kennzahl vor, sondern verlangt ein nachvollziehbares Verfahren, mit dem Umweltaspekte ermittelt, nach ihrer Bedeutung bewertet und mit geeigneten betrieblichen Kontrollen verknüpft werden. Bei Wasser kann das bedeuten, Entnahmemengen separat von Einleitdaten zu führen und Grenzwerte aus Genehmigungen regelmäßig zu prüfen.

Besonders aussagekräftig ist die Kombination aus Mengen- und Qualitätsdaten. Ein Standort kann seinen Verbrauch senken, während die Konzentration einzelner Stoffe im Abwasser steigt. Erst beide Perspektiven zeigen, ob eine Maßnahme tatsächlich zu einer besseren Umweltleistung führt.

Wasserbezogene Anforderungen und Maßnahmen nach ISO 14001

Bereich Relevanz für Emmi Mögliche Kennzahlen Geeignete Maßnahmen
Frischwasserentnahme Emmi definiert den Wasserverbrauch im Geschäftsbericht 2025 als Entnahme von Frischwasser. Absolute Entnahmemenge, Entnahme je Tonne Produkt, Anteil eigener Quellen Messstellen vereinheitlichen, Leckagen erkennen, Verbrauch regelmäßig auswerten
Produktionsprozesse Wasser wird für Verarbeitung, Reinigung, Kühlung sowie Hygiene benötigt. Verbrauch je Prozessschritt, Verbrauch je Betriebsstunde Prozesse optimieren, wassersparende Reinigung einsetzen, Wiederverwendung prüfen
Abwasser Die Abwassermenge und ihre Zusammensetzung können die Umweltwirkung beeinflussen. Abwassermenge, organische Belastung, Nährstoffe, Temperatur, Grenzwertüberschreitungen Einleitungen überwachen, Abwasserbehandlung verbessern, Genehmigungsauflagen prüfen
Wasserverschmutzung Auch geringe Wassermengen können bei problematischen Inhaltsstoffen Gewässer belasten. Schadstoffkonzentrationen, Einleitwerte, Anzahl von Störungen Reinigungs- und Betriebsstoffe kontrollieren, Notfallpläne erstellen, Ursachen von Abweichungen untersuchen
Landwirtschaftliche Lieferkette Wasserknappheit kann Erträge, Qualität und Verfügbarkeit landwirtschaftlicher Rohstoffe beeinträchtigen. Wasserstress in Herkunftsregionen, Lieferantenabdeckung, Anteil bewerteter Rohstoffquellen Herkunftsregionen analysieren, Lieferanten bewerten, Verbesserungsprogramme vereinbaren
Extreme Wetterereignisse Dürre, Starkregen und Überschwemmungen können Produktion und Versorgung unterbrechen. Anzahl wasserbezogener Störungen, Ausfallzeiten, betroffene Standorte Risikoszenarien entwickeln, Notfallversorgung planen, kritische Lieferquellen diversifizieren
ISO-14001-Managementsystem Die Norm unterstützt die Ermittlung, Bewertung, Steuerung und Verbesserung wasserbezogener Umweltaspekte. Auditfeststellungen, Zielerreichung, Korrekturmaßnahmen, Schulungsquote Verantwortlichkeiten festlegen, interne Audits durchführen, Managementbewertung dokumentieren
Berichterstattung Im betrachteten Auszug des Geschäftsberichts 2025 fehlen konkrete Mengen, Ziele und Maßnahmen. Basisjahr, absolute und relative Werte, Zielpfad, Datenqualität Bilanzgrenzen offenlegen, Zeitreihen veröffentlichen, Ziele mit Fristen und Zuständigkeiten definieren

Wasserverbrauch nach der Emmi-Definition: Entnahme von Frischwasser

Emmi verwendet im Geschäftsbericht 2025 eine klar abgegrenzte Definition: Als Wasserverbrauch gilt ausschließlich die Entnahme von Frischwasser. Diese Festlegung schafft eine einheitliche Bezugsgröße für die Berichterstattung der Gruppe.

Für die Auswertung ist damit die Wassermenge entscheidend, die ein Standort aus der öffentlichen Versorgung oder aus eigenen Entnahmequellen bezieht. Andere Größen werden nicht automatisch Teil dieser Kennzahl. Die Definition sollte deshalb bei Vergleichen, Zielwerten und Fortschrittskontrollen ausdrücklich genannt werden.

Die Abgrenzung verhindert eine stille Vermischung verschiedener Messgrößen. Eine Entnahme beschreibt den Zufluss in den Betrieb, sagt allein aber nicht, wie viel Wasser an einzelnen Anlagen eingesetzt, intern weitergeleitet oder anschließend abgegeben wird. Wer die betriebliche Wasserleistung umfassend beurteilen möchte, braucht daher zusätzliche Daten neben der Emmi-Kernkennzahl.

Für ein Umweltmanagementsystem nach ISO 14001 ist diese Präzision praktisch wertvoll. Standorte können ihre Messpunkte, Abrechnungen und Eigenentnahmen nach einer gemeinsamen Logik erfassen. Änderungen an der Definition oder am Erfassungsumfang müssen dokumentiert werden, damit Zeitreihen nicht durch methodische Anpassungen verzerrt erscheinen.

Der Geschäftsbericht 2025 enthält in dem betrachteten Auszug keine konkreten Mengenangaben, Reduktionsziele oder Maßnahmen. Eine belastbare Bewertung der Entwicklung ist damit nicht möglich. Die Definition liefert jedoch den methodischen Ausgangspunkt, an dem künftige Kennzahlen nachvollziehbar ausgerichtet werden können.

Wasserbezogene Risiken durch Knappheit und extreme Wetterereignisse

Wasserbezogene Risiken entstehen, wenn die verfügbare Menge oder die zeitliche Verlässlichkeit der Versorgung nicht mehr zum Bedarf passt. Für Emmi kann das an einzelnen Standorten, in Einzugsgebieten oder entlang der Rohstoffversorgung geschehen. Eine regionale Betrachtung ist deshalb wichtiger als ein pauschaler Gruppenwert.

Wasserknappheit kann behördliche Einschränkungen, steigende Beschaffungskosten oder Unterbrechungen der Versorgung auslösen. In der Landwirtschaft wirkt sie sich zudem auf Erträge, Futtergrundlagen und die Qualität pflanzlicher Rohstoffe aus. Das Risiko bleibt nicht auf trockene Sommer beschränkt: Sinkende Grundwasserstände und geringe Abflüsse können die Versorgung auch nach einer kurzen Dürre belasten.

Extreme Wetterereignisse verschärfen die Lage. Starkregen kann Anlagen, Zufahrten und Versorgungsleitungen beschädigen. Überschwemmungen erhöhen zugleich das Risiko, dass belastetes Wasser in Produktionsbereiche gelangt oder Rohstoffströme ausfallen. Hitzeperioden können den Kühlbedarf erhöhen und dadurch die Abhängigkeit von einer stabilen Versorgung verstärken.

Ein wirksames Risikobild verbindet Standortdaten mit Informationen aus der Lieferkette. Sinnvoll sind unter anderem:

  • die Lage von Betriebsstätten in Gebieten mit hohem Wasserstress,
  • die Abhängigkeit kritischer Lieferanten von regionalen Wasserressourcen,
  • Warnstufen für Dürre, Hochwasser und Versorgungsunterbrechungen,
  • alternative Bezugsquellen für besonders empfindliche Rohstoffe,
  • Notfallpläne für den eingeschränkten Betrieb.

Im Rahmen der ISO 14001 lassen sich diese Szenarien in die Bewertung von Risiken und Chancen einordnen. Daraus können klare Zuständigkeiten, Prüfintervalle und Reaktionsmaßnahmen entstehen. Konkrete Kennzahlen, Ziele und Maßnahmen von Emmi sind im betreffenden Auszug des Geschäftsberichts 2025 nicht ausgewiesen.

ISO 14001 als Rahmen für das Management von Wasser

Die ISO 14001 bietet Emmi einen strukturierten Rahmen, um wasserbezogene Anforderungen in das bestehende Umweltmanagement einzubinden. Die Norm schreibt keine bestimmte Verbrauchsgrenze vor. Sie verlangt jedoch ein nachvollziehbares System, mit dem ein Unternehmen relevante Umweltaspekte erkennt, bewertet, steuert und regelmäßig verbessert.

Für das Wassermanagement beginnt dieser Prozess mit einer belastbaren Bestandsaufnahme. Jeder Standort sollte festhalten, welche Tätigkeiten Wasser beeinflussen, wer dafür verantwortlich ist und welche rechtlichen oder behördlichen Vorgaben gelten. Dazu gehören etwa Einleitgenehmigungen, Überwachungspflichten und Anforderungen an die Dokumentation.

Auf dieser Grundlage lassen sich Prioritäten bilden. Eine Bewertung kann beispielsweise die entnommene Menge, die örtliche Empfindlichkeit des Gewässers, die Abwasserbeschaffenheit, die Dauer einer möglichen Störung und die Abhängigkeit von Lieferanten einbeziehen. So wird aus einer allgemeinen Absicht ein prüfbarer Entscheidungsprozess.

Die ISO 14001 verbindet diese Bewertung mit konkreten Steuerungsmechanismen:

  • festgelegte Zuständigkeiten für Wasser- und Abwasserdaten,
  • betriebliche Kontrollen an kritischen Prozessschritten,
  • Schulungen für Mitarbeitende mit Einfluss auf Wasserströme,
  • Überwachung relevanter Messwerte und gesetzlicher Grenzwerte,
  • interne Audits zur Prüfung der Wirksamkeit,
  • Korrekturmaßnahmen bei Abweichungen oder Störungen.

Wichtig ist die Verbindung von Standortmanagement und Lieferkettensteuerung. Für vorgelagerte Partner können Umweltanforderungen in Beschaffungsregeln, Lieferantenbewertungen oder vertraglichen Vereinbarungen verankert werden. Eine Zertifizierung nach ISO 14001 ersetzt dabei keine Prüfung landwirtschaftlicher Risiken. Sie schafft aber eine klare Ordnung für Kriterien, Nachweise und Verbesserungsziele.

Der vom Ecologic Institut dokumentierte internationale Fachdialog aus dem Jahr 2019 zeigt, dass die Anwendung der Norm auf Wasserfragen als sinnvoll bewertet wurde. Das Projekt unterstützte die Vorbereitung eines spezifischen ISO-Leitfadens und führte zur Empfehlung, die Entwicklung eines solchen Leitfadens weiterzuverfolgen. Für Emmi bleibt die ISO 14001 ein Managementrahmen: Konkrete Wasserziele, Messgrößen und Maßnahmen müssen unternehmens- und standortbezogen festgelegt werden.

Wasseraspekte in eigenen Betrieben systematisch erfassen

Eine belastbare Erfassung beginnt mit einer Wasserbilanz je Standort. Dafür werden alle Zu- und Abflüsse einem klaren Messpunkt zugeordnet. Zähler, Rechnungen, Tankdaten und Liefernachweise sollten dieselbe Berichtsperiode abdecken. Schätzungen bleiben möglich, müssen aber als solche gekennzeichnet und regelmäßig durch Messungen ersetzt werden.

Besonders hilfreich ist ein Anlagenplan. Er zeigt, wo Wasser eintritt, gespeichert, verteilt und abgegeben wird. Zusätzlich sollten Prozessbereiche, Messgeräte, Einleitstellen und mögliche Leckagepunkte vermerkt sein. So werden Verluste sichtbar, die in einer reinen Jahresabrechnung untergehen.

  • Messpunkt und Zählernummer
  • Zeitraum und Ableseintervall
  • Wassermenge und Datenquelle
  • betroffener Prozessbereich
  • Verantwortliche Person
  • Abweichungen und Korrekturen

Die Datenqualität lässt sich mit einfachen Plausibilitätsprüfungen verbessern. Ein ungewöhnlicher Monatsanstieg kann auf ein Leck, eine fehlerhafte Ablesung oder eine veränderte Produktionsmenge hindeuten. Aussagekräftiger als der reine Jahreswert ist oft eine Kennzahl je Tonne Produkt, je Betriebsstunde oder je Reinigungsvorgang. Dabei muss die Bezugsgröße über die Jahre gleich bleiben.

Auch die zeitliche Auflösung zählt. Tages- oder Schichtdaten zeigen Verbrauchsspitzen während Reinigung, Anfahren oder Anlagenwechsel. Monatliche Werte eignen sich für die Managementbewertung. Für eine Prüfung nach ISO 14001 sollten Rohdaten, Berechnungsschritte und Freigaben so abgelegt werden, dass ein Dritter die Entstehung der Kennzahl nachvollziehen kann.

Ein Standort sollte zudem festlegen, wann eine Abweichung untersucht wird. Ein Schwellenwert von beispielsweise zehn Prozent gegenüber dem üblichen Prozesswert kann einen Prüfprozess auslösen. Die konkrete Grenze muss zum Standort passen; entscheidend sind Begründung, Zuständigkeit und dokumentierte Reaktion.

Wassernutzung in der vorgelagerten Wertschöpfungskette berücksichtigen

Die vorgelagerte Wertschöpfungskette sollte nicht nur nach Liefermenge und Preis bewertet werden. Für das Wassermanagement zählt auch, unter welchen regionalen Bedingungen Rohstoffe erzeugt werden. Ein Kilogramm eines landwirtschaftlichen Rohstoffs kann in einer wasserreichen Region eine andere Bedeutung haben als in einem Gebiet mit dauerhaft angespanntem Wasserhaushalt.

Für Emmi bietet sich deshalb eine risikobasierte Lieferantenbewertung an. Dabei werden Herkunftsregion, Anbau- oder Haltungsverfahren, lokale Wasserverfügbarkeit und mögliche Auswirkungen auf Gewässer gemeinsam betrachtet. Besonders relevant sind Rohstoffe mit hohem Wasserbedarf oder Lieferketten in Regionen, in denen Landwirtschaft und Bevölkerung um dieselben Ressourcen konkurrieren.

  • Herkunftsland und möglichst genaue Anbauregion erfassen
  • Wasserstress und saisonale Schwankungen der Region prüfen
  • Bewässerungsart und Wasserquelle der Lieferanten abfragen
  • Umgang mit Düngemitteln, Pflanzenschutz- und Reinigungsstoffen bewerten
  • Nachweise zu gesetzlichen Vorgaben und betrieblichen Kontrollen verlangen
  • Verbesserungen gemeinsam mit besonders exponierten Partnern planen

Eine solche Prüfung muss verhältnismäßig bleiben. Nicht jeder kleine Lieferant kann sofort vollständige Wasserbilanzen vorlegen. Als erster Schritt reichen oft Herkunftsdaten, Selbstauskünfte und öffentlich zugängliche Informationen zu regionalem Wasserstress. Bei kritischen Rohstoffen sind anschließend Vor-Ort-Prüfungen, unabhängige Audits oder anerkannte Zertifizierungen sinnvoll.

Die ISO 14001 verlangt keine bestimmte Lieferantenkennzahl. Sie unterstützt jedoch einen dokumentierten Prozess, mit dem indirekte Umweltaspekte erkannt und beeinflusst werden. Daraus können Beschaffungskriterien, Entwicklungsprogramme und Eskalationsregeln entstehen. Wichtig ist, dass Anforderungen nicht bloß im Vertrag stehen, sondern ihre Umsetzung überprüft wird.

Für die Berichterstattung sollte Emmi zwischen eigener Entnahme und indirekter Wassernutzung unterscheiden. Werden beide Ebenen in einer Zahl vermischt, verliert die Kennzahl an Aussagekraft. Eine getrennte Darstellung zeigt besser, ob Fortschritte im Betrieb, bei landwirtschaftlichen Partnern oder in beiden Bereichen erzielt werden.

Workshop des Ecologic Instituts zur ISO-Anwendung im Wasserbereich

Das Ecologic Institut bearbeitete von April bis Juli 2019 ein Projekt zur Anwendung der ISO 14001 auf wasserbezogene Fragestellungen. Im Mittelpunkt stand die Frage, ob ein eigener ISO-Leitfaden die bestehende Umweltmanagementnorm sinnvoll ergänzen könnte. Der Ansatz zielte auf eine präzisere Verbindung zwischen allgemeinem Umweltmanagement und den besonderen Anforderungen des Wasserschutzes.

Ein internationaler Workshop brachte Wasserexpertinnen und Wasserexperten zusammen. Sie prüften einen bereits vorhandenen Leitfadenentwurf, diskutierten offene Punkte und entwickelten konkrete Vorschläge für seine Weiterentwicklung. Dabei ging es nicht um ein neues Messverfahren für einzelne Betriebe, sondern um die fachliche Ausgestaltung eines übergeordneten Orientierungsrahmens.

Das Ergebnis war eindeutig: Die beteiligten Fachleute bewerteten einen solchen Leitfaden einstimmig positiv. Ihre Empfehlung wurde an die zuständigen Entscheidungstragenden der ISO weitergeleitet. Anschließend beschloss die ISO, eine Arbeitsgruppe für die Entwicklung des neuen Leitfadens einzurichten.

Für die Einordnung von Wasser im Umweltmanagement ist das Projekt aus zwei Gründen bedeutsam. Erstens zeigt es, dass Wasserfragen besondere fachliche Tiefe benötigen und nicht vollständig in allgemeinen Umweltkennzahlen aufgehen. Zweitens unterstreicht es den Wert klarer Orientierung für Organisationen, die wasserbezogene Risiken, Auswirkungen und Steuerungsprozesse in ihr Managementsystem einbinden wollen.

Das Projekt ist nicht mit einer Zertifizierung von Emmi oder mit konkreten Wasserzielen der Unternehmensgruppe gleichzusetzen. Es liefert vielmehr einen fachpolitischen und normativen Hintergrund dafür, Wasser innerhalb eines Umweltmanagementsystems eigenständig und nachvollziehbar zu behandeln.

Geplanter ISO-Leitfaden für wasserbezogene Fragestellungen

Der geplante ISO-Leitfaden sollte die Anwendung der ISO 14001 auf wasserbezogene Fragestellungen präzisieren. Er wäre damit keine eigenständige Zertifizierungsnorm, sondern eine fachliche Ergänzung für Organisationen, die Wasser systematischer in ihr Umweltmanagement einbinden möchten.

Ein solcher Leitfaden kann helfen, wasserbezogene Themen einheitlicher zu bewerten, ohne allen Standorten dieselben Grenzwerte oder Maßnahmen vorzuschreiben. Im Mittelpunkt standen ein bereits vorliegender Entwurf, die Prüfung seiner Inhalte durch Wasserexpertinnen und Wasserexperten sowie konkrete Vorschläge für die weitere Ausgestaltung.

Der geplante Ansatz ist vor allem für Unternehmen mit unterschiedlichen Betriebsstätten hilfreich. Er kann Orientierung geben, wie lokale Bedingungen, Einzugsgebiete und betriebliche Abläufe gemeinsam betrachtet werden. Dadurch lassen sich wasserbezogene Entscheidungen besser begründen und gegenüber internen sowie externen Anspruchsgruppen nachvollziehbar darstellen.

  • einheitliche Begriffe und Abgrenzungen für wasserbezogene Themen,
  • Hinweise zur Bewertung lokaler und betrieblicher Besonderheiten,
  • Orientierung für Verantwortlichkeiten und interne Abläufe,
  • Ansätze für Überwachung, Dokumentation und Leistungsbewertung,
  • eine bessere Verbindung zwischen Umweltzielen und wasserbezogenen Risiken.

Für Emmi wäre ein solcher Rahmen besonders nützlich, wenn er Unterschiede zwischen Standorten und Lieferketten sichtbar lässt. Der Leitfaden würde dann nicht zu einer starren Checkliste, sondern zu einer Art Kompass: Er unterstützt vergleichbare Prozesse, lässt aber Raum für regionale Wasserbedingungen und konkrete betriebliche Lösungen.

Datenlage im Geschäftsbericht 2025: Keine Kennzahlen und Ziele

Der Auszug aus dem Geschäftsbericht 2025 beschreibt die Bedeutung des Themas, enthält jedoch keine konkreten Wasserkennzahlen, Reduktionsziele oder Maßnahmen. Damit bleibt offen, wie hoch die Frischwasserentnahme der Emmi Gruppe ist, wie sie sich gegenüber früheren Jahren entwickelt und welche Standorte besonders stark beitragen.

Auch Angaben zur Datenqualität fehlen. Nicht erkennbar ist, ob sämtliche Betriebe nach derselben Methode messen, in welchen Abständen die Werte erhoben werden und ob Eigenentnahmen vollständig einbezogen sind. Für eine belastbare Bewertung wären zudem Angaben zu Berichtsgrenzen, Schätzungen und möglichen Änderungen der Erfassungsmethode erforderlich.

Die fehlenden Zielwerte erschweren eine Prüfung der Umweltleistung. Ohne Ausgangsjahr lässt sich keine Reduktion berechnen. Ohne Frist und Zielgröße bleibt außerdem unklar, wann ein Fortschritt erreicht ist. Eine künftige Berichterstattung könnte deshalb mindestens folgende Angaben enthalten:

  • absolute Frischwasserentnahme der Gruppe und je Standort,
  • Verbrauch je Produktionseinheit,
  • Abgrenzung von Eigenentnahmen und bezogenem Leitungswasser,
  • Entwicklung gegenüber einem festgelegten Basisjahr,
  • zeitgebundene Ziele mit klarer Verantwortlichkeit,
  • Methodik, Datenqualität und externe Prüfung.

Für Leserinnen und Leser bedeutet die derzeitige Datenlage: Der Geschäftsbericht zeigt die strategische Relevanz des Themas, erlaubt aber keine quantitative Erfolgskontrolle. Aussagen über eine tatsächliche Verringerung des Wasserverbrauchs wären auf dieser Grundlage nicht belegbar.

Fazit: Wasserverbrauch nach ISO 14001 gezielt bewerten und steuern

Ein wirksames Wassermanagement nach ISO 14001 endet nicht bei der Datenerfassung. Es schafft einen geschlossenen Steuerungskreis: Erkenntnisse werden bewertet, Entscheidungen umgesetzt und ihre Wirkung anschließend geprüft. Für Emmi bedeutet das, Wasserfragen dauerhaft in operative Abläufe und strategische Entscheidungen einzubinden.

Der wichtigste nächste Schritt ist eine klare Priorisierung. Standorte und Lieferkettenbereiche mit hoher Umweltrelevanz sollten zuerst bearbeitet werden. Daraus können realistische Ziele, Verantwortlichkeiten und Fristen entstehen. Maßnahmen müssen dabei die Anforderungen an Lebensmittelsicherheit, Qualität und Hygiene wahren.

Der Geschäftsbericht 2025 macht die Bedeutung des Themas sichtbar, liefert im betrachteten Abschnitt jedoch keine messbaren Ausgangswerte oder verbindlichen Zielgrößen. Eine abschließende Bewertung der erreichten Umweltleistung ist daher nicht möglich. Transparenter würde die Berichterstattung, wenn künftige Ausgaben Definition, Bilanzgrenzen, Zeitreihe, Zielpfad und Fortschritt gemeinsam ausweisen.

  • Bewerten: Auswirkungen und Abhängigkeiten nach Standort und Lieferkette einordnen.
  • Steuern: Priorisierte Maßnahmen mit Zuständigkeit, Frist und Nachweis festlegen.
  • Prüfen: Ergebnisse durch Audits, Kennzahlen und Managementbewertungen kontrollieren.
  • Verbessern: Abweichungen analysieren und den Maßnahmenplan anpassen.

So wird ISO 14001 vom formalen Nachweis zum praktischen Werkzeug. Sie schreibt Emmi keine einzelne technische Lösung vor, sorgt aber für nachvollziehbare Entscheidungen und kontinuierliche Verbesserung. Der geplante fachliche ISO-Leitfaden für wasserbezogene Fragen könnte diese Arbeit künftig zusätzlich schärfen.

FAQ zu ISO 14001 und nachhaltigem Wassermanagement

Welche Bedeutung hat Wasser im Rahmen der ISO 14001?

Die ISO 14001 unterstützt Unternehmen dabei, wasserbezogene Umweltaspekte systematisch zu erfassen, zu bewerten und zu steuern. Dazu gehören unter anderem Frischwasserentnahme, Abwasser, Wasserverschmutzung sowie Risiken durch Wasserknappheit und extreme Wetterereignisse.

Wie wird der Wasserverbrauch bei Emmi definiert?

Emmi definiert den Wasserverbrauch im Geschäftsbericht 2025 ausschließlich als Entnahme von Frischwasser. Diese kann aus der öffentlichen Versorgung oder aus eigenen Quellen stammen. Abwasser und Wasserverschmutzung werden als separate Umweltaspekte betrachtet.

Welche Wasseraspekte sollten Unternehmen nach ISO 14001 überwachen?

Unternehmen sollten mindestens Frischwasserentnahme, Abwassermengen, Einleitstellen und relevante Inhaltsstoffe dokumentieren. Ergänzend sind Wasserstress in den Regionen, Lieferkettenrisiken, gesetzliche Grenzwerte, Störungen und die Wirksamkeit eingeleiteter Maßnahmen zu überwachen.

Welche Risiken entstehen durch Wasserknappheit und extreme Wetterereignisse?

Wasserknappheit kann die betriebliche Versorgung sowie die Verfügbarkeit, Qualität und Planbarkeit landwirtschaftlicher Rohstoffe beeinträchtigen. Dürre, Starkregen und Überschwemmungen können außerdem Produktionsanlagen, Lieferwege und Kühlprozesse stören.

Welche Maßnahmen können den Wasserverbrauch und die Wasserrisiken reduzieren?

Geeignete Maßnahmen sind einheitliche Messstellen, die Erkennung von Leckagen, optimierte Produktions- und Reinigungsprozesse sowie die Prüfung von Wiederverwendungsmöglichkeiten. Zusätzlich sollten Abwassereinleitungen kontrolliert, Lieferanten nach Wasseraspekten bewertet und Notfallpläne für wasserbezogene Störungen entwickelt werden.

Dieser Beitrag wurde mit Unterstützung von KI erstellt. Mehr dazu

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